Mit ihren zahlreichen Kanälen und kleinen Inselgruppen ist die Venedig eine der einzigartigsten Städte Italiens.  Die Lagune im Norden Italiens, unterhalb einiger schöner Bergdörfer und alter Städte direkt am Meer gelegen, ist mit ihren zahlreichen Kanälen etwas sehr Besonderes. Alleine, wenn man auf dem Boot den Canal Grande entlang schippert, fühlt man sich wie in eine andere Zeit hineinversetzt. Dicht an dicht sind die Palazzi hier gebaut, mit ihren alten Fenstern und modrigen Hauswänden. Während der düsteren, kalten Karnevalszeit muten sie morbide an. Im Sonnenschein aber, zu einer der schönsten Reisezeiten für diese Stadt, im Mai oder September, fühlt man sich schon, indem man den ersten Fuß auf eines der Vaporetti setzt, wohl in dieser besonderen Stadt. Zuallererst ein Tipp – mit dem Vaporetto über den Kanal zu als typischer Touristenmagnet kein unbedingtes Muss. Möchte man doch einmal wissen, wie es sich anfühlt, durch die Kanäle zu schippern, kann man mit der „Rolling Venice-Card“ an vielen Stellen für ein paar Cent die Wasserstraße in einer größeren Gondel überqueren. Ein besonders schöner Punkt dafür ist der Anleger am Ca’d’Oro, von wo aus man bequem zum Rialto Mercato übersetzen kann. Hier werden täglich frischer Fisch, Obst und Gemüse unter anderem von der nah gelegenen Gemüseinsel San Erasmo, verkauft. Von dort aus lässt sich gut ein gemütlicher Spaziergang über die Rialtobrücke zum Markusplatz machen, womit die wichtigsten Sehenswürdigkeiten schon erkundet wären. Ist man am gut ausgeschilderten Markusplatz, vorbei an den vielen kleinen Einkaufsläden, angekommen, lohnt es sich sehr, einen Spaziergang am Ufer der Stadt fortzusetzen. Am Dogenpalast und der Seufzerbrücke vorbei führt der Weg in die Giardini, eine kleine Parkanlage am Ende der Stadt. Ein guter Platz, um fern von zu vielen Touristen mit einer Flasche Wein, Käse, Oliven und Brot ein kleines Picknick zu machen. Von hier aus hat man auch einen atemberaubenden Blick auf den Markusplatz, den Campanile und die alte Zollstation. In der Region vom Markusplatz lohnt es sich sehr, einmal kurz einen Blick in die Markusbasilika zu werfen und unter den Arkaden her zur Accademia-Brücke zu spazieren. Im Palazzo Cavalli-Franchetti kannst man durch die kostenlose Ausstellung schlendern und einen typischen, prunkvollen Palast auf sich wirken lassen. Am anderen Ufer liegt die „Accademia delle belle arti“, eine Galerie voll alter Kunstwerke. Hier, genauso wie in allen anderen staatlichen Museen, ist am ersten Sonntag im Monat der Eintritt frei. Zwischen all der alten Kunst, die es in Venedig überall zu sehen gibt, ist ein Besuch in der „Collezione Peggy Guggenheim“ eine tolle Abwechslung, mit all der modernen Kunst in dem besonderen Gebäude.

Ist man von den vielen Eindrücken der Stadtbesichtigung schließlich ganz erschöpft, ist man in Nähe der Accademia genau richtig. Gleich um die Ecke
befindet sich die „Squero die San Trovaso“, die einzige und sehr alte Gondelwerft Venedigs, wo die Gondeln gebaut und repariert werden. Hier lässt sich ganz entspannt auf der gegenüberliegenden Seite ein „Ombra“ genießen, den sogenannten flüssigen Schatten, wie die Venezianer das kleine Glas Wein nennen. Dazu schmecken am besten die kleinen Cichetti, kleine frittierte Stückchen Fisch oder Huhn, Olivenpaste, Ciabatta mit Pesto, Dips und Fisch.

Kulinarisch befindet man sich in diesem Sestiere bereits in einer guten Ecke – von hier aus lässt es sich nun, im Sonnenuntergang, wunderbar am Fondamenta Zattere entlangschlendern. Das Ufer gegenüber der kleinen Garteninsel Giudecca eignet sich hervorragend dazu, die Seele baumeln zu lassen und bei einem leckeren Eis in einer der umliegenden Eisdielen die müden Füße auszuruhen. Hier befindet man sich bereits ganz in der Nähe das Campo Santa Margherita, dem Platz auf dem abends und nachts alles Mögliche stattfindet. Hier sind die Bars an jedem Wochentag gut gefüllt – tagsüber sitzen hier die Venezianer und die Studenten während einer „Pausa Cafè“, später am frühen Abend zu einem „Ombra“ und dann, die ganze Nacht hindurch, füllen sie den großen Platz, essen Pizza und Cichetti und trinken Aperol Sprizz, der in Venedig das erste Mal zusammengemixt wurde. Unbedingt probieren sollte man ebenfalls einen erfrischenden, fruchtigen Bellini im Cafè Noir, unweit vom Campo Santa Margherita. Auch dieses Getränk wurde vor rund sechzig Jahren in Venedig, am Markusplatz, in „Harry’s Bar“ entwickelt.  Möchte man gern, obwohl die Zeit knapp ist, einen leckeren Drink oder einen Kaffee in einem der schönen Cafès wie dem weltberühmten „Cafè Florian“ zu sich nehmen, ist es auch immer eine nette Alternative, das Getränk direkt an der Bar, zur Hälfte der regulären Preise, zu trinken.

Weitere gute Anlaufstellen, um fernab der Touristenströme für ein leckeres Essen und auf einen Aperol, Antipasti und eine Käse-Wurstplatte einzukehren, ist unter anderem die Osteria alla Bifora direkt am Campo Santa Margherita. Der kleine, nebenangelegene Laden Orient Experience ist dagegen ein super Tipp für außergewöhnliche Gerichte, wenn man einmal eine kleine Abwechslung zu Pasta und Pizza sucht. Auch besonders in dem Stadtteil Cannaregio finden sich viele kleine Schätze, die das Essen zu einem Erlebnis werden lassen. Sehr versteckt liegt das Restaurant „Taverna delle Campo Remer“, direkt gegenüber des Rialto Mercato. Hier gibt es an jedem Wochentag außer mittwochs für einen sehr geringen Obolus ein üppiges Buffet, das man draußen direkt auf dem Steg in der Abendsonne essen kann. Von hier aus hast du nicht nur einen guten Blick auf die Rialto Brücke sondern auch den besten Platz, um mit einem Aperol in der Hand einen wunderschönen Sonnenuntergang zu bewundern. Später am Abend lohnt es sich, eine der kleinen Bars am Rialto Mercato zu besuchen, hier ist immer viel los. Besonders schön ist es auch, einfach durch die kleinen Gassen, die von der lauten Hauptstraße, der Strada Nuova, abführen, durch das Labyrinth aus Gassen und Brücken zu irren. Egal, wo man sich hier verläuft, findet man überall urige, gemütliche und besondere Lokale und Bars, die zu einer Pause einladen.

Auf kulinarischem Streifzug durch Venedig – STATEMENT